Gesprächstherapie
Hochsensibilität – verstehen und stärken
Du hast dein Leben lang gehört, du seist zu empfindlich. Vielleicht warst du einfach nur aufmerksamer.
Was damit gemeint ist
Hochsensibilität beschreibt eine Veranlagung, Reize intensiver und differenzierter zu verarbeiten. Geräusche, Licht, Gerüche, aber vor allem auch Stimmungen: Viele hochsensible Menschen bemerken die Verstimmung im Raum, bevor jemand etwas gesagt hat.
Das ist keine Krankheit und keine Diagnose, sondern ein Persönlichkeitsmerkmal. Es bringt viel mit sich — Feingefühl, Gründlichkeit, ein gutes Gespür für andere Menschen. Und es hat einen Preis: Wo mehr hereinkommt, muss auch mehr verarbeitet werden. Reizvolle Tage sind anstrengender, volle Räume kosten mehr, Konflikte hallen länger nach.
Was hochsensible Menschen zu mir führt
Oft nicht die Hochsensibilität selbst, sondern das, was sich um sie herum aufgebaut hat. Die Erschöpfung, weil der Alltag auf ein anderes Maß eingerichtet ist. Der Selbstzweifel, weil man jahrzehntelang gehört hat, man solle sich nicht so anstellen. Die Schwierigkeit, Nein zu sagen, wenn man ohnehin spürt, wie es beim Gegenüber ankommt.
Manche kommen auch, weil sie den Begriff gerade erst für sich entdeckt haben und wissen wollen, ob er trägt – und was er ändert, wenn er trägt.
Wie wir daran arbeiten
Zuerst geht es ums Verstehen: nicht als Etikett, sondern als brauchbare Erklärung dafür, warum bestimmte Dinge dich mehr kosten als andere Menschen. Allein das nimmt bei vielen schon Druck heraus, weil es die Frage „Was stimmt nicht mit mir?“ durch eine andere ersetzt.
Dann geht es ums Einrichten. Wo brauchst du Rückzug, und wie bekommst du ihn, ohne dich dafür zu rechtfertigen? Welche Reize kannst du steuern? Wie unterscheidest du zwischen dem, was du selbst fühlst, und dem, was du bei anderen aufnimmst?
Und es geht ums Stärken. Feine Wahrnehmung ist eine Fähigkeit. Sie lässt sich nutzen statt nur aushalten – im Beruf, in Beziehungen, in der Art, wie du deinen Tag baust.
Schreib mir
Der erste Schritt ist der schwerste, und er besteht aus ein paar Sätzen. Mehr braucht es im Moment nicht.